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VDI-Fachplaner Schadstoffe in Gebäuden und baulichen Anlagen

Zertifikatslehrgang nach VDI 6202 Blatt 20
  

 
 
 

Inhalt

Schadstoffe an und in baulichen und technischen Anlagen sind ein sehr brisantes Thema.

Bei der Sanierung einer Kultureinrichtung im Saarland war zwar hinlänglich bekannt, dass künstliche Mineralfasern (KMF) in großen Mengen vorhanden sind, doch war die persönliche Schutzausrüstung nicht bei allen am Bau Beteiligten ausreichend. Der Bauleiter ignorierte jegliche Schutzausrüstung, was zur Folge hatte, dass er auf einem Auge erblindete. Solche krassen Fälle zeigen, wie gefährlich Schadstoffe sein können und wie oft diese Gefahr trotzdem ignoriert wird. Nach einer Schadstoffexposition erkranken Menschen jedoch häufig erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten, sodass der Zusammenhang nur noch schwer herzustellen ist. Und solche versteckte Gefahren werden leider nur allzu oft ignoriert.

Stoffe wie Asbest, KMF, PCB, PAK, PCP, Lindan, DDT etc. wurden aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften im Hoch-, Tief- und Anlagenbau verwendet und dies zum Teil bis in die jüngere Vergangenheit. Bis Mitte der 1970er Jahre gab es so gut wie kein Bewusstsein hinsichtlich Schadstoffe. Erst nach und nach erkannte man die Gefahren, die von diesen Stoffen ausgehen, Gefahren für Mensch und Umwelt!

Im Jahr 1968 kam es in Japan zu einem folgenschweren Unfall in einer Fabrik, in der Reisöl hergestellt wird. In der zugehörigen Raffinationsanlage kam es zu Lecks in einer Heizschlange, ein kleineres infolge von Korrosion, ein größeres als Folge von fehlerhaften Schweißarbeiten. Über diese Lecks geriet PCB in das Reisöl. In Folge erkrankten ca. 2000 Menschen, die dieses Reisöl konsumierten. Die Krankheitsbilder waren Chlorakne, Haut- und Schleimhautläsionen, starker Tränenfluss, Abmagerungen, Leber-, Milz- und Nierenschäden, Lebertumore. Es kam aber auch zu veränderten Menstruationszyklen und gestörten Immunantworten. Babys von vergifteten Müttern kamen mit dunkler Hautfarbe zu Welt („schwarze Babys“).

Vor allem in Bestandsgebäuden sind sehr oft Schadstoffe anzutreffen, auch PCB. Beim Betrieb der baulichen und technischen Anlagen aber vor allem bei Umbau- und Abbrucharbeiten entsteht ein hohes Gefährdungspotenzial, das den wenigsten Eigentümern überhaupt bewusst ist. Somit muss zumindest immer eine Erstbewertung des Objekts stattfinden.
Ferner können Schadstoffe im Rahmen der Nutzung oder durch Schadensereignisse (z.B. Brand) in das Gebäude eingebracht werden. Zusätzlich können biologische Schadstoffe wie z. B. Schimmelpilze oder Taubenkot eine Schadstoffbelastung darstellen. Immer dichter werdende Gebäude führen dazu, dass insbesondere Schimmelpilze auch im Neubau eine zunehmende Bedeutung gewinnen.

Zahlreiche Vorschriften und Regelwerke aus dem Bau- sowie aus dem Gefahrstoff- und Abfallrecht müssen von den Beteiligten - Eigentümer, Betreiber, Planer, Gutachter und Ausführende – beachtet werden. Zur Gewährleistung einer sicheren und erfolgreichen Sanierung müssen alle Beteiligten eine entsprechende Eignung und Fachkunde besitzen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen kennen und umsetzen.

Hinzukommt, dass durch sich widersprechende Gesetze und Verordnungen hinsichtlich der Frage der Verantwortlichkeit von Bauherr oder Unternehmer eine große Unsicherheit herrscht.

Die VDI-Richtlinie 6202 bietet dazu hilfreiche Entscheidungshilfen, Handlungsanleitungen und Bewertungskriterien, die sie mit Hilfe des Lehrgangs ausführlich kennen und anwenden lernen.

Die Technische Akademie Südwest war mit den beiden Kooperationspartner BZB und BEW im Richtlinienausschuss zu Blatt 20 vertreten und konnte somit den Lehrgang in gewisser Weise mit gestalten.

Das VDI-Zertifikats und die damit nachgewiesene Kompetenz helfen ihnen fachlich qualifizierte und erfolgsversprechende Angebote für Sanierungsmaßnahmen zu erstellen. Sie erhöhen damit sicherlich auch die Chance auf einen Geschäftsabschluss. Wir gehen davon aus, dass in nicht allzu ferner Zeit, die Kompetenz zur VDI 6202 grundsätzlich nachgewiesen werden muss. Nutzen Sie dann ihren Kompetenzvorsprung.

  
Motivation

Nahezu alle Gebäude und baulichen Anlagen, die im Zeitraum von 1950 bis 1980 errichtet wurden, weisen Schadstoffe (nach GefStoffV und BioStoffV) wie PCB, PCP, KMF, Asbest, Lindan, PAK, Schimmelpilze uva auf.

Diese waren einst hervorragende Produktbeimengungen zur Verbesserung der entsprechenden Produkteigenschaften, sie stellen aber mittlerweile eine Gesundheitsgefährdung für die Nutzer aber vor allem für die beim Bau Beteiligten bei Modernisierungs-, Umbau- und Abbrucharbeiten dar. Durch Einhaltung der Richtlinie und mit der Zertifizierung ist der Auftragnehmer nun in Zukunft in der Lage seine erlangte Kompetenz nachzuweisen. Die Einhaltung der Richtlinie VDI 6202 wird schon heute in vielen Ausschreibungstexten gefordert.

 
Module

  • M 1  Rechtliche Grundlagen (26 UE)
  • M 2  Gebäude- und Anlagenkonstruktion (24 UE)
  • M 3  Schadstoffe (27 UE)
  • M 4  Bestandsaufnahme und technische Erkundung (6 UE)
  • M 5  Probenahme und Analytik (8 UE)
  • M 6  Baustelleneinrichtung (7 UE)
  • M 7  Sanierungsverfahren (17 UE)
  • M 8  Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz (17,5 UE)
  • M 9  Leistungsbeschreibungen, Leistungsverzeichnisse (8 UE)
  • M 10  Bauablaufplanung (7 UE)
  • M 11  Kostenplanung und Kalkulation (8 UE)
  • M 12  Bau- und Ausführungsüberwachung (4,5 UE)
  • M 13  Strukturierte Dokumentation (7 UE)
  • M 14  Vergütung Planer und Koordinatoren (2 UE)
  • M 15  Abfallentsorgung (6 UE)
  • M 16  Verantwortung, Haftung, Versicherung (4 UE)

 
Zielgruppen

  • Personen aus den Bereichen Abbruch und Schadstoffsanierung.
  • Bauherren, Sanierungsplaner, Schadstoffgutachter, Schadstoffkoordinatoren, Mitarbeiter im Sanierungsfachbetrieb, Beförderer und Entsorger von Abfällen; Bauingenieure und Architekten.
  • Sonstige Personengruppen, die sich mit dem Thema Schadstoffe in Gebäuden und baulichen Anlagen beschäftigen.

 
Zulassungsvoraussetzungen

Zulassungsvoraussetzungen nach Richtlinie.

Grundsätzlich vorab erforderlich (spätestens vor der Prüfung):

  • Sachkunde nach TRGS 519 Anlage 3 (Asbest)
  • Fachkunde nach TRGS 524 Anlage 2a beziehungsweise der Sachkunde nach DGUV-Regel 101-004 Anhang 6a (vormalige Bezeichnung BGR 128) (kontaminierte Bereiche)

Zugelassen werden folgende 3 Personengruppen:

  • Ingenieure oder Master der Bau- und Umweltwissenschaften mit Baubezug oder Bachelor der Bau- und Umweltwissenschaften mit Baubezug
  • Meister oder Techniker der Bauberufe des Bauhaupt- und Nebengewerbes
    + 3 Jahre Berufsausübung im Bereich der Schadstoffsanierung oder
  • Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung
    + 6 Jahre Berufsausübung im Bereich der Schadstoffsanierung

 
Termine

Der Lehrgang findet in vier Wochenblöcken am Standort Kaiserslautern statt.

  1. Wochenblock:  10.09.2018 bis 14.09.2018
  2. Wochenblock:  22.10.2018 bis 26.10.2018
  3. Wochenblock:  10.12.2018 bis 14.12.2018
  4. Wochenblock: Termine folgen!

Sprechstunden und Besprechung der Übungsaufgaben via Online-Lernplattform.

 
Finanzieller Aufwand

Regulär: 9.500,00 Euro

(beinhaltet 4 Lehrgangswochen, VDI-Richlinienreihe 6202, zertifizierte Skriptunterlagen, Pausenverpflegung, gemeinsames Abendessen zum Lehrgangsstart)

Rabatt z. B. für Mitglieder der TAS - Fragen Sie uns.

 
Prüfung / Zertifizierung

Die Prüfung wird durch DINCertco durchgeführt. Sie findet voraussichtlich im Februar 2019 in Kaiserslautern statt.

Die Prüfung besteht aus vier schriftlichen Teilen (z. T. als Multiple Choice Fragen) zu den Inhalten des Lehrgangs sowie aus der Präsentation der Projektarbeit und zugehörigen mündlichen Fragen.

Im Rahmen des Lehrgangs sind drei kleine Belegarbeiten zu erstellen, was eine Zulassungsvoraussetzung zur eigentlichen Prüfung ist.

Kosten für Prüfung und Zertifizierung (über DINCertco) … hierzu in Kürze mehr Information …

 
Downloads

 
 
Stand: 19.04.2018 (Änderungen vorbehalten)